Diakonisches Jahr im Ausland
Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA)

Jonas Langlotz (DJiA in Italien 2016-17)

Mein Jahr in Italien: ein Gedicht!

 

Ich lebe hier in einem kleinen Ort,

die Alpen sind nur ein Steinwurf fort.

Luserna-San Giovanni so lautet sein Name,

hier kenne sich wohl jeder Herr und jede Dame.

 

Anfangs waren meine Gedanken durchaus gespalten,

Voller Vorfreude, na klar, aber kann ich das mit den Alten?

Tag eins, zwei und drei gingen schnell vorbei,

und die Nervosität war nicht länger mit dabei.

 

Empfangen wurde ich mit offenen Armen und Ohren,

hab denn noch teils den Überblick verloren,

der Größe der Einrichtung geschuldet ist dies.

Bei knapp hundert Bewohnern ist das auch fies.

 

Die Englischkenntnisse im Kollegium sind zwar nur karge,

doch warfen sie für mich alles in die Waage.

Auch manch deutsches Wort ertönt gelegentlich,

das ist eine große Geste und mehr als freundlich.

 

Getränke ausgeben und Essen anreichen,

wenns danach geht müssten sich die Tage gleichen.

Doch auch abwechslungsreiches Programm ist mit dabei,

von Kartenspiel und Kreuzworträtseln bis hin zur Malerei.

 

Mit einem Hund durfte ich mich schon messen,

bei dem Riechduell fand er schneller das Essen.

Das ganze nennt sich Pet Therapie,

langweilig wird’s mit den Hunden nie.

 

Mit Marco arbeite ich meistens zusammen,

also zwei Kerle zwischen vielen alten Damen.

Er ist ein Freiwilliger aus der Region

und somit fiel leichter die Arbeitsintegration.

Doch auch ohne Sprache verstehen wir uns gut,

da es manchmal auch ein nettes Lächeln tut.

 

Die Wohnung ist bescheiden ausgestattet und recht klein,

aber durch die persönliche Gestaltung auch wirklich mein.

Ich beanspruche davon jedoch nur einen Teil,

da ich zusammen mit Kata und Matilde dort verweil.

 

Aus Portugal und Ungarn kommend,

ist es international in every moment.

Das sorgt auch für Meinungsverschiedenheiten,

charakterlich sind wir auf unterschiedlichen Seiten.

 

Große Streits blieben glücklicherweise aus,

das will doch auch keiner im gemeinsamen Haus.

Mittlerweile kann ich auch italienisch reden,

verstehe aber weiterhin nicht alles und jeden.

 

Das liegt auch am piemontesischen Dialekt,

den auch manch Einheimischer nicht checkt.

Wenn ich dann doch mal ein Wörtchen such,

bedien ich mich an einem kleinen, gelben Buch.

Ich leugne dabei eine Verbindung zu Langenscheidt,

naja was solls es weiß doch sowieso jeder Bescheid.

 

Gesehen haben wir schon viel,

von Rom Tuirin und Florenz,

bis hin zu den Alpen

und Orten die du nicht kennst.

 

Weiter geht's mit einem Blick in die weite Welt, 

die neuen Kontakte sind wertvoller als jedes Geld. 

Ob Inder oder zwei Südamerikanerinnen, 

Da steckt viel Lebensfreud drinnen. 

 

Das macht einen nicht nur mal kurz ein wenig heiter,

nein, nein, das prägt einen sehr und bringt dich weiter.

Verändert hab ich mich mittlerweile, das ist ganz klar,

so lang sich keiner beschwert, finde ich es wunderbar.

In meiner freien zeit bin ich sportlich unterwegs,

aufs Rad verzichten muss ich hier keineswegs.

Als mein praktischer und hilfsbereiter Begleiter, bringt es mich in den Nachbarort

oder noch viel weiter.

Jugendgottesdienste wurden ebenfalls besucht,

und so das Miteinander mit Gleichaltrigen gesucht.

Mit den Organisationen ist immer alles ok,

jedoch hatte ich kaum Probleme wie Heimweh.

Manchmal kommen Mailantworten nicht so schnell,

jedoch sind es ja auch viele Freiwillige aktuell.

Die DJiA-Familie, in halb Europa verteilt,

steht in der Not mit bestem Rat bereit.

Interesse ist dabei schnell geweckt,

da man ja in derselben Lage steckt.

Ich bin gespannt auf alles was noch hier geschieht,

aber hoffe auch dass man den Frühling bald sieht.

Habe aber jetzt schon Angst davor die Leute nicht mehr zu sehen,

zum Glück sind es noch über fünf Monate bis zum finalen Gehen.

Tanti saluti,

Jonas Langlotz

 

 

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