Diakonisches Jahr im Ausland
Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA)

Geschichte

 

Das Diakonische Jahr und das FSJ

Die Idee eines Diakonischen Jahres kam 1954 in der Diakonie Neuendettelsau in Bayern auf. Hintergrund war der drastische Personalmangel in sozialen und pflegerischen Einrichtungen in der Nachkriegszeit. Zugleich sah der damalige Rektor der Diakonie Neuendettelsau, Hermann Dietzfelbinger, im Diakonischen Jahr eine Möglichkeit, junge Frauen zu einem Beruf hinzuführen, in dem sie „ihre fraulichen und mütterlichen Eigenschaften wirklich entfalten und einsetzen können“ (aus dem Aufruf von Hermann Dietzfelbinger zur Teilnahme am Diakonischen Jahr, 1954). Dem Appell „Wagt ein Jahr eures Lebens für die Diakonie!“ folgten schnell viele junge Frauen.

 

Von Anfang an war das Diakonische Jahr als ein freiwilliger sozialer Dienst gedacht, der mehrere Monate dauerte und in Vollzeit geleistet wurde. Die Freiwilligen arbeiteten unentgeltlich und erhielten lediglich Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld sowie seelsorgerische Begleitung. 

Die Idee stieß schnell auch außerhalb der Evangelischen Kirche auf Interesse und etablierte sich innerhalb kurzer Zeit auch in protestantischen Freikirchen, der Katholischen Kirche und anderen Trägern der freien Wohlfahrtspflege. Als „Freiwilliges Soziales Jahr“ erhielt die Initiative 1964 mit dem „Gesetz zur Förderung eines freiwilligen, sozialen Jahres“ eine rechtliche Grundlage. 

In den 1970er Jahren wurde das Programm weiterentwickelt. War es zunächst als Jahr des Diensts am Nächsten und der beruflichen Orientierung verstanden worden, sah man im Diakonischen Jahr/Freiwilligen Sozialen Jahr nun immer mehr eine Zeit der persönlichen Entwicklung, ein Bildungsjahr. Entsprechend wurden begleitende Seminare als verpflichtender Bestandteil des Jahres eingeführt. 

 

Das DJiA entsteht

In den 1970er und frühen 1980er Jahren breitete sich die Idee eines Diakonischen Jahres auch in Kirchen und Diakonischen Einrichtungen anderer europäischer Länder aus. Zu dieser Zeit begann ein erster Austausch von Freiwilligen über Ländergrenzen hinweg. Die Stiftung Sozialer Friedensdienst in der Pfalz arbeitete dabei mit einer französischen und einer belgischen Partnerorganisation zusammen: „Service Protestant de la Jeunesse“ (SPJ) in Belgien und „Année Diaconale“ (heute „Volontariat International au Service des Autres – Année Diaconale“, VISA) in Frankreich. Das Diakonische Jahr im Ausland (DJiA) wurde geboren! Sowohl SPJ als auch VISA sind noch heute Partnerorganisationen des DJiA. 

 

1989 übernahm das Diakonische Werk der Pfalz die Verantwortung für das DJiA. Bis 1998 stieg die Zahl der teilnehmenden Freiwilligen aus Deutschland von jährlich 40 auf 80 in einem Jahrgang. 

 

EDYN

Im Laufe der Jahre kamen auch immer mehr Partnerorganisationen hinzu. Im Jahr 1992 schlossen sich die Partnerorganisationen aus damals 7 Ländern (Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Schweden und Großbritannien) zu einem internationalen Netzwerk, dem Ecumenical Diaconal Year Network (EDYN) (Link zu: www.edyn.org) zusammen. Heute gehören zu EDYN 15 Partnerorganisationen aus 12 Ländern, die sowohl Freiwillige zu den Partnern entsenden, als auch von diesen aufnehmen. Darüber hinaus kooperiert das DJiA auch mit Partnerorganisationen, die nicht zu EDYN gehören. 

 

 

Evangelische Freiwilligendienste

Im August 2002 wurde das DJiA von der Geschäftsstelle Evangelische Freiwilligendienste für junge Menschen – FSJ und DJiA gGmbH (Heute: Evangelische Freiwilligendienste gGmbH Link zu: www.ev-freiwilligendienste.de) übernommen, die vom Diakonischen Werk der EKD (heute Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband) und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland gegründet wurde. Damit sind die Bundesvertretung für das FSJ und den BFD und das Auslandsprogramm DJiA unter einem Dach vereint. 

 

Heute nehmen in jedem Jahrgang ca. 140 Freiwillige am DJiA teil. Sie werden in derzeit 19 Länder vermittelt. 

Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend
Diakonie
Gefördert von:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Jugend in Aktion
Evangelische Kirche in Deutschland: EKD