Diakonisches Jahr im Ausland
Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA)

Bisous von Anne, DJiA in Belgien

Salut ihr Lieben,

Ich bin Anne und habe 2017-18 ein DJiA in Belgien gemacht. Warum ein Jahr in Belgien? Ja, das haben mich viele gefragt. Und ich kann euch sagen: ein Jahr in Belgien hat trotz der kleinen Größe des Landes doch einiges mehr zu bieten als Fritten, eine ziemlich gute Auswahl an Bier und Schokolade (die wirklich zum Dahinschmelzen ist) ...

Durch die unglaublich präsente Ansprechbarkeit der Aufnahmeorganisation SPJ habt ihr vor Ort immer einen guten Ansprechpartner für Probleme, Tipps, Ratschläge und Insiderwissen. Vor allem über die häufigeren, sehr spaßigen Seminare entsteht ein sehr herzlicher, naher Kontakt. Zudem kommen über das SPJ noch weitere Freiwillige aus anderen Ländern dazu, daher habt ihr die Möglichkeit, Kontakte auch in Spanien, Italien, Frankreich, Österreich und Ungarn zu knüpfen.

Die kleine Größe des Landes bringt mindestens zwei Vorteile mit sich: Zum einen habt ihr die Möglichkeit, einen Großteil der vielen, wunderschönen Orte Belgiens zu besichtigen und zu erleben. Und zum anderen könnt ihr die anderen Freiwilligen auf leichte Weise häufig treffen, auch wenn diese sich mal „am anderen Ende des Landes“ befinden (das häufige Wiedersehen lässt einen wirklich zusammenschweißen). Begünstigt wird das viele Reisen zusätzlich noch vom allseits beliebten GO-Pass (52€ für 10 Strecken in ganz Belgien). Aber kleiner Tipp: den Preis bei kürzeren Fahrstrecken mit einem einfachen Standardticket zu vergleichen, kann sich auch lohnen!

Natürlich sollte die wunderschöne Sprache nicht vergessen werden... und wie schön Französisch tatsächlich ist, merkt man erst richtig, wenn man tagtäglich davon umgeben ist! Und es ist tatsächlich möglich, bereits innerhalb einiger Monate sein Sprachniveau deutlich zu verbessern... und das lasst euch von jemandem gesagt sein, der zu Beginn fast kaum ein französischen Wort herausgebracht hat ;-)

Nach den vielen Zeilen über Belgien an sich nun aber mal zu meinem Projekt, in dem ich arbeite und letztendlich die meiste Zeit verbringe. Das Projekt „Centre La Pommeraie“ setzt sich letztendlich aus mehreren Wohnheimen und unterschiedlichen Ateliers zusammen, die etwa 200 Menschen mit Behinderung einen Platz zum gemeinschaftlichen Wohnen und einen kreativen, handwerklichen Arbeitsalltag bieten. Meine Arbeit teilt sich auf ein Wohnheim und ein Atelier (jeweils von mir ausgewählt) auf. Im Wohnheim unterstütze ich den alltäglichen Tagesablauf (Mahlzeiten vorbereiten, Klamotten heraussuchen, gemeinsamer Abwasch, Filme schauen, Spiele spielen, usw.) und im Marionetten-Atelier begleite ich die Bewohner bei der Herstellung unterschiedlichster Projekte.

Zusätzlich mache ich einmal im Monat die Parisfahrten, bei welchen die französischen Bewohner ihre Familien besuchen. Wenn ich mich um einen Übernachtungsplatz kümmere, kann ich auch übers Wochenende dort bleiben.

La Pommeraie nimmt bereits seit etwa 20 Jahren jährlich Freiwillige auf und hat somit schon einige Erfahrungen. Meine Ansprechpersonen sind zudem super nett, hilfsbereit und auch nicht abgeneigt mich des öfteren (um nicht zu sagen schon fast ständig ;-)) zum Bahnhof zu fahren und abzuholen. Durch die Größe des Projektes und die hohe Anzahl an Mitarbeitern und Bewohnern stößt man auch nach Monaten noch ständig auf neue Gesichter. Und trotz der Zahl von etwa 400 Menschen herrscht wirklich ein sehr familiäres Klima (*an dieser Stelle mal Respekt, dass fast jeder jeden Namen zu kennen scheint...)

Die Arbeit ist unglaublich vielseitig und vor allem die unterschiedlichen Ateliers decken verschiedene Interessen. Dabei hat man auch als Freiwilliger die Möglichkeit, seine eigenen Leidenschaften miteinzubringen (Instrumente, Kreatives (wie malen, nähen etc.), Fotografie usw.). Zusätzlich bietet das Projekt den Bewohnern unglaublich viele interne und auch externe Veranstaltungen, Feste und weitere Aktivitäten, an denen auch ich oft teilhaben kann.

Die sehr schöne, moderne Wohnung, in der ich über die Zeit unterkomme, wird normalerweise als WG genutzt, da La Pommeraie jedes Jahr zwei Freiwillige aufnimmt. Da das dieses Jahr durch eine spontane Umentscheidung meiner geplanten Mitbewohnerin jedoch nicht der Fall ist, wird das leere Zimmer immer mal wieder als Unterkunft für zeitweilige Besucher und Praktikanten genutzt. Ich bin dabei bereits schon auf paar wirklich nette Leute gestoßen... somit eine schöne Alternative!

Ich habe in der bisherigen Zeit besonders gemerkt, wie viel Freude mir diese Arbeit und allgemein das Zusammensein mit den Bewohnern macht... sodass ich oft gerne mal länger im Foyer oder Atelier bleibe und diese auch in meiner freien Zeit besuche.

Also solltet ihr Euch nun für eine Zeit in Belgien entscheiden, dann kann ich euch vergewissern, dass es sich wirklich lohnen und diese unvergesslich wird. Also nutzt diese Möglichkeit und macht euch selbst ein Bild von Belgien und all seinen vielseitigen, schönen Facetten.

Bisous,

eure Anne

Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend
Diakonie
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Jugend in Aktion
Evangelische Kirche in Deutschland: EKD