Diakonisches Jahr im Ausland
Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA)

Wetter schlecht - Freiwilligendienst gut

In Lettland angekommen, bin ich zusammen mit Fynn, Nele und Anna am 1. September. An das Wetter in Deutschland kann ich mich nicht mehr erinnern, weil wir mitten in der Nacht aufgebrochen sind und ich auf der Fahrt gedöst habe. Auf jeden Fall war das Wetter in Lettland schlecht.

Meine Ziele

Meine Ziele zu Beginn des Einsatzes waren die klassischen Neujahrsvorsätze: Mehr Sport, mehr Bildung, weniger Alkohol und Zukunft planen. Unterm Strich bisher drei von vier durchgezogen. Es hapert am Sport. Aber man kann ja nicht alles haben. Ich bin deutlich besser informiert als vor meinem Freiwilligendienst. Ich halte mich durch Nachrichtendienste gut auf dem neusten Stand und lese mehr als vor Dienstbeginn. Ich bilde mich sprachlich weiter. Den Fokus setzte ich da klar auf dem Englisch und versuche auch ein wenig Russisch zu lernen. Außerdem spiele ich viel Gitarre und singe inzwischen ganz ordentlich, auch das war ein Etappenziel zu Beginn meiner Reise. Allgemein lässt sich sagen, dass ich viel Zeit habe um alle diese Ziele voranzubringen. Und wenn ich die freie Zeit die ich hier habe nicht nutze um meine Ziele zu verwirklichen, stellt sich hier relativ schnell ein schlechtes Gewissen ein, was ein Motivator ist. Jetzt in der Fastenzeit werde ich auch mehr Sport machen! Versprochen!

Meine Arbeit

Ich habe tatsächlich eine Stärke in mir entdeckt. Ich kann mit den Kindern gut umgehen, obwohl ich sie sprachlich nicht verstehe und das auf Gegenseitigkeit beruht. Ich denke, dass ich im Zentrum einen guten Job abliefere. Ich arbeite in der Kinderbetreuung und nebenbei gebe ich Sprachstunden und Singstunden für die Erwachsenen. Die Kinderbetreuung, in die die Kinder nach der Schule kommen, ist mein Hauptarbeitsbereich und klappt gut. Es macht Spaß mit den Kindern zu spielen und den Kollegen unter die Arme zu greifen. Die Sprachbarriere macht sich zwar bemerkbar, wenn zum Beispiel ein Streit geschlichtet werden muss und man die Anschuldigungen der beiden Seiten nicht versteht, aber es gibt immer genug Kolleginnen, die  den Fall dann übernehmen können und mir helfen. Ich würde meine Rolle im Kinderbereich des Zentrums als „Animateur“ umschreiben und damit bin ich auch sehr zufrieden.

Im Bereich für Erwachsene (wenn ich von Bereichen rede, meine ich tatsächlich eine räumliche Trennung innerhalb des Zentrums), bin ich mehr eine Art „Lehrer“. Ich gebe Deutschunterricht und Englischunterricht. Fynn hilft mir dabei und wir haben fünf Stunden in der Woche die wir für unsere Schüler vorbereiten. Bei den Schülern handelt es sich zumeist um ältere Menschen, die Englisch oder Deutsch lernen wollen. Manche von ihnen suchen einfach ein wenig Geselligkeit, andere wollen sich mit ihren Enkelkindern unterhalten können, die in den USA oder England leben.

Die Sprachstunden funktionieren gut, auch wenn es Anfangs teilweise schwierig war, da man sich eben nur auf englisch oder deutsch verständigen kann und viele der älteren Menschen eine komplizierte Mischung aus beidem sprechen und man nie genau weiß welche Sprache gerade gefordert ist. Oder sie verstehen überhaupt kein Wort. Aber man lernt schnell, sich ohne Worte zu verständigen.

Jeden Freitag finde ich mich in der hauseigenen Bibliothek des Zentrums ein und ich singe mit einer Kollegin und einigen Menschen aus dem Zentrum lettische Lieder. Mit meiner Gitarre bewaffnet ist das jedes mal sehr schön, zusammen zu singen macht Spaß und die Konzerte, wie zum Beispiel das Weihnachtskonzert, kamen im Zentrum sehr gut an.

Wohnung & Freizeit

Die Wohnung ist in Ordnung, die  Gemeinschaftsduschen sind auf dem Flur und wir haben ein gemeinsames Schlafzimmer. Die Wohnung ist klein und wir sitzen uns quasi in diesem Moment auf dem Schoß, was dazu führt das man keinen wirklichen Rückzugsort hat, aber wir sind da unkompliziert und stören uns nicht weiter daran.

In meiner freien Zeit versuche ich die oben angesprochenen Ziele zu verwirklichen. Ich gucke also Serien, Filme und spiele Fifa. Außerdem gebe ich einem russischen Jungen Deutschnachhilfe und wir Freiwilligen treffen uns ab und zu in der Stadt oder kochen zusammen. Sehr selten gelingt es Fynn auch, mich von seinen Gemeindeveranstaltungen zu überzeugen.

Begleitung durch's DJiA

Mit dem Kontakt zu den Freiwilligendiensten bin ich in vollem Umfang zufrieden. Der Mailkontakt funktioniert gut, bei Fragen oder Anmerkungen kann man sich auf zeitnahe und hilfreiche Antworten verlassen.

Danke, Euer Konsti.

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