Diakonisches Jahr im Ausland
Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA)

Zwischenbericht von Mirjam

Hier in Bratislava, in der Slowakei, auch das ,,Herz Europas'' genannt, bin ich nun schon seit fünf Monaten und ich habe hier ein zweites zu Hause gefunden. Ich fühle mich sehr wohl und bin froh, dass die Slowakei mich ausgewählt hat. Ich habe die Slowakei als mein Drittwunschland angegeben und war anfangs sehr enttäuscht, nicht in mein Erstwunschland, Südafrika, gehen zu können, da es zu viele Bewerbungen für dieses Land gab.
Nach unserem Vorbereitungsseminar war ich dann schon positiver gestimmt und als ich dann hier angekommen bin und so herzlich empfangen wurde, so viele tolle Freiwillige kennengelernt, die Stadt erkundet, die Landschaft bewundert und mich einfach in die ganze Atmosphäre der Stadt Bratislava verliebt habe, war ich so dankbar, genau hier zu sein und nirgendwo anders.

Die Anfangszeit war wunderbar, denn alles war so neu, interessant und aufregend. Mit dem Beginn der Arbeitszeit und dem Eingewöhnen am Arbeitsplatz, lernte ich auch viele Slowaken kennen. Mit meiner Arbeit an einer Grundschule, einem Gymnasium und bei der Nachmittagsbetreuung  bin ich zufrieden. Ich lerne sehr viel im Umgang mit den Schülern und den Lehrern. Ich bekomme viel vom Lehreralltag mit und auch wenn es manchmal schwierig ist, da ich keine richtige Lehrerin aber auch keine richtige Schülerin bin und ich somit meinen Platz selbst finden muss, sind die Lehrer aufgeschlossen und helfen mir, wenn ich Probleme habe.


Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, auf Andere zuzugehen und dass man hinter seinen Ideen und Vorschlägen stehen muss, auch wenn man nicht immer nur Zustimmung bekommt. Ich kann sagen, dass ich durch die Arbeit mit den Kindern und mit den Jugendlichen selbstbewusster und auch offener geworden bin, denn man muss sowohl die Autorität behalten, als auch aufgeschlossen für ihre Probleme sein. Die Arbeit mit den jüngeren Kindern, ihre Offenheit und ihre Begeisterung an Spielen und Umarmungen finde ich super und bringt mir immer wieder gute Laune. Auch, wenn ich hier nicht viel verändern kann, habe ich gelernt, für die kleinen Dinge dankbar zu sein. Und auch wenn ich nicht immer merken kann, dass ich viel für andere tue, zeigen mir die Schüler manchmal, dass eben die Dinge, die mir gar nicht bewusst sind, ihnen sehr helfen.

Es ist manchmal schwierig, wenn ich nicht viel zu tun habe und mich nicht hilfreich fühle aber ich kann mit den Lehrern darüber reden und Verbesserungsvorschläge einbringen.


Ich bin ebenfalls sehr dankbar, dass ich nicht alleine als Freiwillige an meiner Schule arbeite sondern, dass Alberto, ein spanischer Freiwilliger, ebenfalls dort ist und wir somit zusammen über unsere Arbeit reden und uns gegenseitig helfen können.

Die Sprache stellte sich für mich als schwieriger raus, als ich anfangs gedacht hatte. Hier sprechen zwar viele Leute Englisch und einige auch Deutsch aber ich bin ebenfalls schon in viele Situationen geraten, in denen weder die eine noch die andere Sprache genutzt hat und ich somit sehr dankbar auf unseren wöchentlichen Slowakischunterricht bin, durch den ich mich  zumindest in den nötigsten Alltagsdingen verständigen kann. Meistens bleibe ich bei Englisch aber wenn ich dann meine Slowakischkenntnisse nutzen und auf Slowakisch bestellen und etwas fragen möchte und dann erfolgreich aus dieser Situation herausgehe, bin ich sehr stolz, das gemeistert zu haben.

Jetzt nach einigen Monaten merke ich das der "Zauber des Anfangs'' nach einiger Zeit verfliegt und die Aufregung und die fröhliche Stimmung gegenüber Allem ändert sich, doch durch viele Reisen und Aktivitäten mit neu gewonnenen Freunden und den tollen Menschen hier, lernt man schnell, dankbar zu ,,bleiben'' und das Gleichgewicht aus Routine und positiver Aufregung, bleibt bestehen.

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