Zum Inhalt springen

DJiA in Norwegen

Was ist das für ein Ort? Das habe ich mich gefragt als ich in mein DJiA in Norwegen startete. Mit Hilfe dieses Erfahrungsberichtes möchte ich zukünftigen Freiwilligen einen kleinen Einblick in das Leben in Lia Gård geben.

Über den Einsatzort
Das Erste was einem auffällt, wenn man Lia Gård erreicht, ist die unglaubliche Landschaft, die einen dort umgibt. Nachdem man mit dem Zug 3h von Oslo gefahren ist, fährt man mit dem Auto weitere 15 Minuten, um das kleine Örtchen Koppang hinter sich zu lassen und völlig in den Wäldern Norwegens zu verschwinden. Man ist nicht nur umgeben von Wald, sondern zugleich hat man auch einen wunderschönen Ausblick auf den großen See Storsjøen. Dort kann man viele tolle Sachen erleben wie Boot fahren, Angeln oder auch Eisbaden!!! Das Gelände ist riesig und selbst nachdem ich ein Jahr dort gelebt habe, gibt es immer noch Orte, die ich noch nicht entdeckt habe. Einige Attraktionen sind die vielen Hütten und Kapellen, die überall im Wald verteilt sind. Aber das Beste überhaupt meiner Meinung nach ist die Pancake Cabin... Der Ort lädt Menschen aller Art ein, den Alltagsstress hinter sich zu lassen und dort umgeben von der Stille und der Natur, Gott zu begegnen. Das ganze Jahr über finden die sogenannten „Retreats“ statt, bei denen Gruppen, Einzelpersonen, Familien oder auch Pilger diesen Ort besuchen.

Die Arbeit
Unsere Arbeit steht unter dem Motto „serving God through serving others“. Das war auch wirklich meine Motivation für mein freiwilliges Jahr, denn ich wollte ein Jahr meinen Glauben festigen und Gott durch praktische Arbeit dienen. In der Praxis ist unsere Aufgabe hauptsächlich das Kochen in der Küche, wobei ich es sehr erstaunlich finde, wie viel Verantwortung wir bekommen. Das bedeutet zwar, dass es oft viel und am Anfang auch herausfordernde Arbeit ist aber zugleich habe ich so viel gelernt und konnte über mich hinauswachsen. Oft war ich sehr froh, dass wir so eine wichtige Arbeit leisten, obwohl wir ja „nur“ Freiwillige sind. Außer der Küchenarbeit gibt es noch alle möglichen Arbeiten rund um das Haus. Dazu gehört putzen aber auch Draußenarbeiten wie Schneeschippen im Winter oder Gartenarbeit im Sommer. Außerdem lassen sich immer wieder lustige Projekte finden, die einem die benötigte Abwechselung geben.

Die Community
Was diesen Ort wirklich ausmacht, ist die Gemeinschaft in der man lebt. Man verbringt sehr viel Zeit zusammen, beim Arbeiten, Essen, Beten und Wohnen. Für mich war das eine sehr intensive Erfahrung und ich kann sagen, dass ich sehr viel über mich aber auch über den Umgang mit anderen Menschen gelernt habe. Man lernt zum Beispiel auch, wann man mal Zeit für sich oder Zeit für Gott braucht und gleichzeitig hat man immer die Möglichkeit seine Erfahrung mit anderen zu teilen oder Sachen zu unternehmen. Allgemein ist hier die Atmosphäre mit allen Mitarbeitern sehr familiär und es passieren immer lustige oder chaotische Sachen, wie eben in einer Familie. Außer der Gruppe an Freiwilligen, die für ein Jahr hier leben, kommen fast das ganze Jahr über zusätzliche Mitarbeiter aus aller Welt. Dadurch wird es nie langweilig und man hat immer die Möglichkeit neue, spannende Menschen kennenzulernen. Am meisten beeindrucken mich aber die Menschen, die hier in Lia Gård längerfristig leben und so viel für diesen Ort geben.

Glaubensgemeinschaft
Gleichzeitig leben wir hier auch in einer Glaubensgemeinschaft. Das heißt wir beten zusammen, haben einmal in der Woche eine „Biblestudy“ und werden das Jahr über von einer Person begleitet, mit der wir über persönliche Anliegen oder Glaubenserfahrungen sprechen können. Das Jahr wird dich einladen offen für neue Erfahrungen zu sein und über deinen eigenen Glauben nachzudenken. Ich habe zum Beispiel viele darüber gelernt, wie ich Gott näherkommen kann und was Stille Zeit bedeutet für mein Glaubensleben. Gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, dass ich einige Dinge von meiner Gemeinde von zu Hause vermisse, die für mich vorher selbstverständlich waren.

Sprache
Von Anfang an war ich sehr interessiert die norwegische Sprache zu lernen und habe so wie die meisten Freiwilligen dem Duolingo hype gefolgt. Das hat mir erste Eindrücke von der Sprache gegeben und mir gezeigt, dass viele Wörter sich aus dem Deutschen oder Englischen ableiten lassen. Hier angekommen, hatten wir auch die Möglichkeit unser Norwegisch weiter zu verbessern. Obwohl unter den Freiwilligen die meiste Zeit trotzdem Englisch gesprochen wird, finden zum Beispiel Gottesdienste manchmal auch in Norwegisch statt. Für mich wurde das lesen und verstehen der Sprache mit fortlaufendem Jahr immer leichter und am Ende hatte ich auch Spaß daran kleine Konversationen auf Norwegisch zu führen. Es wird jedoch niemand hier gezwungen norwegisch zu lernen und es bleibt einem selbst überlassen, wie viel Zeit man dafür investieren möchte. Mir hat es auf jeden Fall geholfen Land und Leute noch näher kennenzulernen.

Fazit
Ich schreibe diesen Text nachdem ich mein DJiA in Norwegen hinter mir habe und tatsächlich bin ich nun auch nochmal nach Norwegen zurückgekehrt für einen kurzen Aufenthalt. Das zeigt auf jeden Fall wie sehr mich dieser Ort und die Menschen, die hier leben, berührt haben und dass man hier wirklich eine zweite Heimat finden kann. Lia Gård kann sehr intensiv und herausfordern sein aber genau das hat man Jahr auch so besonders gemacht. Ich kann es also nur weiterempfehlen hier nach Lia zu kommen und ich wünsche mir sehr, dass zukünftige Freiwillige auch diese Erfahrung machen können.

Datenschutz­einstellungen
Diese Seite nutzt Cookies und Elemente Dritter, um Ihnen bestimmte Funktionen und ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite unbedingt notwendig sind sowie die Einbettung von externen Diensten, deren Verwendung Sie vor der Nutzung zustimmen müssen. Weitere Informationen finden Sie unten bei den Hinweisen zu den einzelnen Funktionen sowie ausführlich in unseren Datenschutzhinweisen.
Diese Cookies sind notwendig, um die Basisfunktionen unserer Webseiten zu ermöglichen.
Seitenaufrufe werden zu statistischen Zwecken mit Matomo erfasst, um unsere Website stetig zu optimieren. Die IP-Adresse des Besuchers wird anonymisiert.
Einstellungen gespeichert